Paartherapie

Bei der analytischen Paartherapie wird ebenso wie in Einzelsitzungen herausgefiltert, welche unbewussten Inhalte und die daraus resultierenden Verhaltensmuster die Beziehungspartner haben.

In der Zweierbeziehungen spricht man von einer „Kollusion" (Jürg Willi): Bestimmte zentrale Konflikte aus früheren seelischen Entwicklungsphasen der Persönlichkeit beider Partner wurden nicht verarbeitet. Beide Seiten leben in der Beziehung zunächst sich ergänzende Varianten: ist der Mann z.B. sehr narzisstisch, will also bewundert werden, so stellt sich die Frau darauf ein, indem sie ihn bewundert und idealisiert. Dadurch befriedigt sie womöglich den eigenen Narzissmus, in dem sie sich im Glanze des Mannes sonnen kann. Irgendwann möchte die Frau diese Bewunderung auch selbst von ihrem Mann erfahren, weil ihr das bloße Bewundern nicht mehr „genügt"- sie ist vielleicht emanzipierter oder eigenständiger geworden: spätestens dann beginnen die Konflikte: er will seine Rolle als derjenige, der im Lichte steht nicht aufgeben, sie will aber ihre Rolle als „Bewunderin“ nicht mehr behalten.

Je mehr also diese unbewussten Bedürfnisse auseinander driften, desto größer werden die Probleme.

In der analytischen Paartherapie sieht man sich diese unbewusste Rollenverteilung genau an, überlegt, wie sie mit der kindlichen Entwicklungsgeschichte des jeweiligen zu tun haben können und löst sie schlussendlich auf.