Psychotherapie

 

„Entweder wir finden einen Weg oder wir machen einen.“
( Hannibal, Feldherr der Antike)

 

Ab wann zur Therapie?- Die FAQs

Kennen Sie das auch? Freunde und Familie bieten ihre Hilfe an, doch all die tröstenden Worte scheinen nichts zu nützen - Symptome verschlimmern sich, der Leidensdruck wächst. Wer kann helfen? Der Hausarzt, der Psychiater oder doch eine Psychotherapie? Ab wann ist eine „Sprechkur“ überhaupt anzuraten? Im Folgenden möchte ich Ihnen einige von Patienten häufig gestellte Fragen für eine erste Orientierung beantworten:

 

? Wie kann Therapie helfen? Welche Änderungen kann ich erwarten?

Therapie sollte nicht nur als eine Behandlung von Leidenszuständen, sondern auch allgemein als Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung gesehen werden. Das Wissen über die eigenen unbewussten Motive, nach denen wir handeln, hilft, sich im Leben nicht immer nach alten Mustern zu verhalten (z.B. jedes Mal einen gewalttätigen Partner wählen, immer wieder im Job in Konflikte mit Vorgesetzten geraten etc.). Eine gelungene Therapie schafft neue Handlungsmöglichkeiten und generell ein befreites Leben.

? Gängige Praxis: Ich suche mir erst Hilfe, wenn es mir schlecht geht. Wem ist therapeutische Betreuung zu empfehlen und ab wann?

Leider ist es tatsächlich oft so, dass man erst beim Therapeuten landet, nachdem man schon alles Andere ausprobiert hat. Grundsätzlich empfehle ich natürlich so früh wie möglich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, nicht erst, wenn die Symptome so überhand genommen haben, dass die Lebensqualität bereits massiv beeinträchtigt ist. Auch bei psychischem Leid gilt: Je länger man zuwartet, desto chronischer wird es und desto schwieriger gestaltet sich die Behandlung.

Wie finde ich den richtigen Therapeuten? Wie erkenne ich einen guten Therapeuten?

Das Wichtigste bei der Therapeutenwahl ist: Der Patient muss sich wohl fühlen. Darum rate ich dazu, nicht nur mit einem, sondern mit mehreren Therapeuten Erstgespräche zu führen. Studien der Psychotherapieforschung haben dies belegt - einer der Hauptwirkfaktoren der Therapie ist eine stabile, vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Therapeut.

Abgesehen davon ist auch die Wahl der passenden Methode zu bedenken: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, systemische Familientherapie etc.

Die meisten Therapeuten beschreiben Ihre Methode sehr gut auf Ihrer Website. Hier sollte sich der Patient wirklich Zeit nehmen, sich ausreichend zu informieren.

? Unterschied Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater. Wann zu wem? Und wer ist mein erster Ansprechpartner?

Allgemein gesprochen ist der Psychologe im klinischen Feld für Testungen und den daraus resultierenden Diagnosen des Patienten zuständig (z.B. Persönlichkeitstests). Der Psychiater ist Mediziner und als solcher berechtigt, verschreibungspflichtige Medikamente (Psychopharmaka) zu verordnen. Der Psychotherapeut gestaltet je nach methodischer Ausrichtung die Therapie. Wünschenswert ist eine Zusammenarbeit aller drei Disziplinen. Oft suchen die Patienten zuerst den Facharzt für Psychiatrie auf, da Medikamente schnelle Erleichterung der Leidenszustände bringen. Für ein nachhaltiges Ergebnis ist eine Therapie meist unerlässlich.

? Eine Therapie ist auch immer eine Frage des Geldes. Welche Möglichkeiten gibt es eine kostenfreie Beratung und Betreuung zu bekommen?

Prinzipiell besteht die Möglichkeit „Psychotherapie auf Krankenschein“ finanziert zu bekommen oder bei niedergelassenen Therapeuten ohne Finanzierungsmodell einen Antrag auf Kostenzuschuss zu stellen. Kostengünstige Therapieplätze bieten auch psychotherapeutische Ambulanzen (z.B. SFU-Ambulanz) an. Längere Wartezeiten sind allerdings einzuplanen. Manche Therapeuten ermöglichen auch Therapie zu Sozialtarifen.

? Und wie funktioniert die Psychoanalyse? Hilft mir die Methode überhaupt bei meinen Problemen?

Die Psychoanalyse ist eine tiefenpsychologische fundierte Methode. Sie befasst sich mit den Ursachen, also den Gründen für die Entstehung der Probleme. Dazu beleuchtet sie das gesamte Leben - von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, der Patient lernt sich und sein Verhalten, seine Emotionen und Wünsche ganz genau kennen – es geht also um die ungeschönte Wahrheit über sich selbst. Psychoanalyse ist gut wirksam bei Angst- und Panikstörungen, sexuellen Problemen, Depressionen und körperlichen Symptomen ohne körperliche Ursache (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, etc.).

? Was muss ich in der Therapie „machen“?

Prinzipiell gilt die "Regel" einfach alles auszusprechen, was Ihnen in den Sinn kommt, egal ob es unwichtig, seltsam, peinlich oder besonders interessant erscheint. Sie erzählen einfach alles aus Ihrem Leben. Meine Aufgabe ist es dann, Ihnen dank ihrer Erzählungen und Einfälle aufzuzeigen, wie sie sich im Leben - zumeist unbewusst - verhalten.

Was so einfach klingt, ist es aber leider nicht - denn wir agieren vielfach nach "unbewussten" Motiven, Wünsche, Gedanken und Kräften, die wir uns nicht so einfach ins Bewusstsein rufen und dann erzählen können - sie sind nämlich aus gutem Grund unbewusst geblieben. Es sind Wünsche und Gedanken, die wir womöglich nicht denken sollen oder dürfen, die für den Erhalt unseres psychischen Gleichgewichts besser weggedrängt werden. Diese Wünsche und Gedanken sind bereits in früher Kindheit durch unsere ersten Beziehungserfahrungen entstanden. Weggedrängt heißt aber leider nicht weg - die unbewussten Impulse arbeiten in uns weiter und müssen wieder und wieder unter Kontrolle gebracht werden. Das Ergebnis ist ein sogenannter innerpsychischer Konflikt und der erzeugt im weitesten Sinne unsere Symptome wie z.B. eine Panikattacke.

Unsere innerseelischen Kräfte sind also ständig im Bewegung- darum sprechen wir auch von der Psychodynamik.

? Wie läuft das erste Kennenlernen ab?

Sobald ich von Ihnen eine Nachricht erhalten habe, werde ich mich umgehend bei Ihnen telefonisch melden. Wir vereinbaren dann einen Termin für ein erstes Kennenlernen - das Erstgespräch. In diesem bitte ich Sie, mir Ihre Problematik zu schildern sowie aus Ihrem Leben zu erzählen. Unter Umständen vereinbaren wir noch ein zweites oder drittes Kennenlernen, bis wir uns gemeinsam dazu entschließen eine Therapie zu beginnen.

Sowohl Sie wie auch ich sollten ein gutes Gefühl dabei haben, ein "Arbeitsbündnis" einzugehen.

Entschließen wir uns zu einer Therapie, werden wir vorab das Setting, die Bezahlung und eine mögliche Dauer besprechen.

? Wie oft muss ich kommen?

Es gibt verschiedene Settings (Modelle), wie die Behandlung abläuft.

Meist beginnt man sitzend zu arbeiten. Therapeut und Patient und Therapeut sitzen sich halbschräg gegenüber, sodass sie sich ansehen können, aber nicht müssen.

Je nach Problematik beginnt man mit einer Therapiefrequenz von ein bis zwei Mal wöchentlich. Das klingt nach viel - Regelmäßigkeit ist allerdings wichtig, damit der therapeutische Prozess ins Rollen kommt und Sie gleichzeitig Unterstützung und Halt durch mich als Ihre Therapeutin erfahren.

Beim klassischen Setting der Psychoanalyse finden sogar mehrmals (3-4 Mal) wöchentlich Sitzungen statt. Hier liegt der Patient auf der Couch, der Therapeut sitzt hinter ihm. Dieses Setting ist zu Beginn oftmals unangenehm oder ungewohnt für den Patienten. Es bewirkt aber, dass es dem Patienten leichter fällt, seinen Gedanken freien Lauf und Erinnerungen hochkommen zu lassen.